• Allgemein 12.02.2013 No Comments

    Wenn Josef Baumeister und sein zwölfjähriger Enkel Joshua ihrem Hobby nachgehen und Modellzüge durch Tunnel, Landschaften und über Brücken fahren lassen, vergessen die beiden die Zeit. Innerhalb von vier Jahren haben die Modelleisenbahnfans eine imposante Miniaturwelt geschaffen. Ein Industriegebiet, ein Dorf, Bahnhöfe und eine Alpenlandschaft bilden ein nostalgisches Ensemble, durch das historische Dampfloks, moderne Personenzüge und Güterzüge rauschen. All das wird untermalt mit Licht und Ton.

    In unzähligen Arbeitsstunden gipste, klebte und verdrahtete Josef Baumeister die Modellanlage mit Unterstützung von Joshua. Das gemeinsame Hobby nahm Joshua zum Anlass, dem WDR in Siegen eine E-Mail zu schicken. Er fand, es sei eine gute Idee, die Modelleisenbahn für das Fernsehen zu filmen und lud zum Opa nach Hause ein, denn der freue sich über jeden Besucher. „Mein Opa und ich sind ein gutes Team, aber er weiß nicht, dass ich Ihnen schreibe“, verriet er in seinem Schreiben.

    Prompt erhielt der Realschüler am nächsten Tag die Zusage, einen Beitrag für die Lokalzeit Südwestfalen zu drehen. Joshua musste diese Nachricht seinem überraschten Opa überbringen. Am Freitag bereits war ein WDR-Team aus Siegen mit Gerrit Saßmann (Autor), Till Möhrke (Ton) und Andreas Schumacher (Kamera) zum Drehtag vor Ort. Der Beitrag wird in den kommenden Tagen in der WDR Lokalzeit Südwestfalen 19.30 bis 20 Uhr gezeigt.

    „Ich habe etwas gesucht, was die Generationen zusammenführt“, erzählt Josef Baumeister, der bis zu seinem Renteneintritt als selbstständiger Zimmermann im Familienbetrieb tätig war. Erst seit er Rentner sei, habe er mehr Zeit für die Familie und die Hobbys. So fahre er mit seinem jüngsten Enkel Joshua im Sommer nicht nur gerne Fahrrad, sondern habe mit der Modelleisenbahn auch im Winter eine schöne gemeinsame Beschäftigung gefunden, bei der der Altersunterschied keine Rolle spiele.

    „Wir haben uns eine eigene kleine Welt geschaffen, in der es zugeht wie im realen Leben“, berichtet der 73-Jährige nicht ohne Stolz und zeigt die Details. Während im Wirtshaus in der Dorfmitte die Blaskapelle aufspielt und kräftig gefeiert wird, gibt sich ein Brautpaar in der Kirche das Ja-Wort. Kühe weiden friedlich auf der Alm, Wanderer erklimmen den Berggipfel aus Gips, und im Industriegebiet herrscht geschäftiges Treiben. Ein paar Straßen weiter steht ein Haus in Flammen.

    Begonnen hatte die Modelleisenbahnleidenschaft, als Josef Baumeister ein Modellbahnset in einem Supermarkt sah. „Ich dachte mir, das Set kaufe ich für Joshua und mich“, erinnert er sich. So bauten die beiden die Bahn zunächst auf dem Fußboden auf. Nur wenig später reifte beim Opa die Idee, eine Platte zu bauen, um die Gleise darauf zu installieren. „Es reizte mich, weil Joshua großes Interesse zeigte“, erklärt der siebenfache Großvater. Fortan wurde die Bahn erweitert und füllt mittlerweile ein ganzes Zimmer aus.

    Dankbar ist Josef Baumeister auch seiner Frau Bärbel. Jede Erweiterung habe er mit ihr abgestimmt, berichtet der Modellbahnfan. Sie unterstütze sein Hobby und habe bei den filigranen Arbeiten geholfen. „Wir haben allerdings eine Abmachung“, betont Bärbel Baumeister mit Augenzwinkern. Immer wenn ihr Mann im Fachgeschäft Material für die Modellbahn kaufe, besuche sie ein Modegeschäft. So erweitere sie ihren Kleiderschrank um schöne Einzelstücke.

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    Bericht: Uta Baumeister

    via Ein kluger Zug: Gemeinsam an der Bahn basteln | WAZ.de.

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